Der Betrüger klingelte bei der Dame und stellte sich als Mitarbeiter des Medizinischen Dienstes vor. Sie sagte, dass sie keinen Termin und auch nichts beantragt hätte. Der Mann habe dann gesagt, dass sie doch kürzlich im Krankenhaus gewesen sei und einen Pflegegrad hätte, ihr aber ggfs. eine Erhöhung zustehen würde.
Darauf ließ sie ihn in die Wohnung. Er stellte dann diverse Fragen, die sie nach eigenen Angaben aus vorherigen Begutachtungen kannte.
Dann wollte der falsche Gutachter ihr Hörvermögen testen. Er bat sie in einen anderen Raum zu gehen und spielte nun Geräusche und Töne vor. Sie sollte sagen, ob sie die jeweils hören würde.
Am Ende sagte er, dass er noch das Protokoll aus dem Auto holen müsse und verließ die Wohnung.
Erst in diesem Moment kam der Frau nach eigenen Angaben die Situation komisch vor. Dann bemerkte sie, dass ihr gesamter Schmuck gestohlen worden war. Die Frau erstattete Anzeige bei der Polizei.
Der Medizinische Dienst Westfalen-Lippe weist darauf hin, dass er nicht spontan zu einer Pflegebegutachtung erscheint. Sie findet nur nach vorheriger schriftlicher Ankündigung am angekündigten Tag statt. Auf dem Ankündigungsschreiben findet sich ein individueller Servicecode. Diesen Code können die echten Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter des Medizinischen Dienstes bei Besuchen und bei Telefonaten angeben. Die Begutachtung erfolgt außerdem nur in der Zeit zwischen 8 bis 16 Uhr.
Im Hausbesuch können sich zudem alle Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter des Medizinischen Dienstes Westfalen-Lippe ausweisen. Die auf dem Ausweis befindliche Dienstnummer können Versicherte beim Medizinischen Dienst unter der Rufnummer 0251/5354-0 überprüfen lassen. „Wer einen verdächtigen Besuch oder Anruf erhalten hat, sollte nicht zögern, uns zu kontaktieren“, sagt Olaf Plotke, Pressesprecher des Medizinischen Dienstes Westfalen-Lippe.